Empa Dübendorf

Intelligente Transportsysteme für mehr Effizienz und Sicherheit

its-ch und scope34 organisieren einen Innovationszirkel, um die Potenziale des Zusammenspiels zwischen Fahrzueg und Strasse zu ermitteln. Gesucht werden insbesondere Synergien einer Zusammenarbeit und Wege zur Umsetzung.

Zusammenfassung (pdf)

Die Experten aus Industrie und Hochschulen diskutierten, welche technologischen Entwicklungen im Gebiet der Verkehrstelematik in den kommenden 5 bis 10 Jahren zu erwarten seien und im positiven Sinne zu Innovation beitragen können. Auch erwogen die Experten, welche heutigen Technologien in diesem Zeitraum ihr End-of-Life erfahren werden und welche Entwicklungen in einer Sackgasse landen könnten.

Die Experten waren der Meinung, dass insbesondere Tracking-Systeme, vor allem GPS-basiert, möglicherweise aber auch auf Basis anderer positionsgebender Technologen wie GSM, eine Zukunft haben werden, ebenso das systematische Erfassen von Fahrzeugdaten und Fahrerassistenzsysteme. Mit diesen drei Basisapplikationen sind dann eine Menge Kombinationen möglich wie Navigation, Verkehrsdatenerfassung, Warnsysteme aber auch Systeme zur Positionsüberwachung, Verkehrsflussmanagement und allerlei Anwendungen im Bereich der kombinierten (intermodalen) Mobilität oder im Hinblick auf die Reduktion des Energieverbrauchs bei Fahrzeugen.

Die wichtigsten Neuerungen der kommenden Jahre sind für die Experten die Blackbox im Auto, die dauernd allerlei Fahrzeugdaten registriert (also nicht nur Crash-bezogen wie die heutige Blackbox). Auch wird die Car-to-car-Kommunikation eine wesentliche Rolle spielen in den kommenden 5 bis 10 Jahren, möglicherweise verbunden mit der Car-to-Infrastruktur- Kommunikation, wie zum Beispiel das Europäische e-Call System.

Bezüglich ganzer Verkehrssysteme erwarten die Experten einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs, den Einsatz emissionsfreier Antriebe und ein allgemeines Mobilitäts-Pricing. Es kamen noch eine lange Reihe weiterer möglicher Entwicklungen zur Sprache, etwa die Internationalisierung des Verkehrsmanagments, Ausbau des Parkplatzmanagements (etwa mit integrierten Reservierungs- und Bezahlmöglichkeiten), neue Fahrerassistenzsysteme etc.

Einigen Technologien sagten die Experten ein klares Ende voraus, so den bodengestützten Sensoren und den meisten eigenen, analogen Funkinfrastrukturen. Auch gehen die Experten davon aus, dass bis in 10 Jahren Fahrzeuge ohne intelligente On-board-Systeme von unseren Strassen praktisch verschwunden sein werden.

Eine Absage erteilten die Experten der Weiterentwicklung von Wechseltextanzeigen und anderer aufwändiger, teurer Systemer. Ebenso erwarten sie, dass reine Schweizer Lösungen keine Zukunft haben, genauso wenig wie proprietäre, autarke Systeme. Interessant war letztlich die Position der Experten zum Datenschutz. Dem Schutz fahrzeugspezifischer Daten erteilten sie eine klare Absage, diese Information werde in Zukunft viel offener verfügbar sein.

Die Experten erwarten aber auch, dass insbesondere offizielle Stellen leichter Einsicht in personenbezogene Daten erhalten werden. Zum Beispiel wird die Polizei ohne grosse Mühen in Erfahrung bringen können, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Fahrzeug gelenkt hat.

Der Anlass wurde von scope34,  its-ch und swissT.net veranstaltet.